„Anders als andere Therapieverfahren wurde das EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) nicht durch systematische Forschung entdeckt. Eigentlich zufällig – wie sie heute selber sagt – entdeckte Dr. Francine Shapiro, eine Forscherin am Mental Research Institute in Palo Alto (Kalifornien), die Wirksamkeit von Augenbewegungen auf belastende Gedanken. Als sie 1987 in einem Park spazieren ging, bemerkte sie, dass belastende Gedanken (sie überlebte ein Krebsleiden) plötzlich weniger bedrückend wurden, als sie spontan ihre Augen rhythmisch nach rechts und links bewegte.

Sie begann, diesen Effekt systematisch zu untersuchen und fand heraus, dass außer Augenbewegungen auch bilaterale akustische oder sensorische Stimulationen ähnliche Effekte hatten und auch in der Behandlung schwer gestörter Patienten effektiv waren. Das von Dr. Shapiro in den Folgejahren in Pacific Grove (Kalifornien) ins Leben gerufene EMDR-Institut entwickelte aus diesem Ansatz eine standardisierte Methode, die es ermöglichte, die durch die Traumatisierung häufig fragmentierten Erinnerungsinformationen zusammenzubringen, durchzuarbeiten und gleichzeitig die dem Selbstwertgefühl entstandene Verletzung kognitiv neu zu bewerten.“ (Arne Hofmann, „EMDR“, S. 15, 2006).


Die bilateralen Augenbewegungen, bei der der Patient und der die Bewegung durchführende Therapeut etwas versetzt einander gegenübersitzen, regen, wenn sie schnell durchgeführt werden, die Erinnerungsnetzwerke im Gehirn an. Wenn sie sehr langsam gemacht werden, dienen sie der Verankerung vorab imaginierter Vorstellungsbilder, die das Gefühl innerer Sicherheit stärken.

EMDR wird erst nach ausreichender Stabilisierung des Patienten eingesetzt. Das Verfahren wird immer weiterentwickelt und ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien in der Wirksamkeit bestens belegt.